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MeinTraum

Da war einmal ein Traum

Da war einmal ein Kindertraum

Ein Apfel- und ein Pflaumenbaum

Und Rittersporn so blau.

Da war einmal ein Haus;

Ein Haus aus rotem Ziegelstein -

Die Treppen dreizehn Stufen Stein -

Sein Sockel, der war grau.

Es war einmal, es war einmal

Ein altes Ziegelhaus;

Denn das, was ich im Traume sah:

Das war mein Elternhaus.

Da war einmal ein Kind

Ein Mädchen - grade sieben Jahr

Mit dunkelbraunem Lockenhaar

Und einer Schleife drin

Da war einmal ein Kind,

Das konnte spielen, fröhlich sein,

Es durfte lachen, weinen , schrei'n

Und alles hatte Sinn

Es war einmal, es war einmal,

So sagt man sicherlich;

Doch dieser Traum war Wirklichkeit

Und dieses Kind war ich!

 

Da war - ich seh's genau -

Ein Puppenkleid aus blauem Samt,

Das man im Herbst dann wiederfand

ganz nah bei unserm Haus

Die Mama hat's genäht.

Doch ich - ich zog's der Katze an;

Die rannte ins Kartoffelfeld

und schlüpfte schnell hinaus

Ja, Mama die hat nichts gesagt

Und ich hab nur gelacht

Ich dachte nicht im Traum daran,

Dass es sie traurig macht.

Es war einmal so schön,

und eine heile Kinderwelt,

die alles in den Schatten stellt,

die nahm mich bei der Hand.

Da war ein Wintertag

Mein Vati spielte Nikolaus

Doch ich - ich fand es bald heraus:

Sein Bart hing an der Wand

Es war einmal, es war einmal

Es liegt unendlich weit

Der Traum von der Erinnerung

Stirbt langsam mit der Zeit